Tiere richtig behandeln
Auch über andere Kleintiere - Kaninchen, Ziervögel, Nager u.a. - gibt es keine genauen Angaben. Viele dieser Tiere werden in Südtirol jedoch unüberlegt angeschafft und nicht angemessen oder unverantwortlich gehalten. Das kann dazu führen, dass die Tiere leiden und folglich Probleme verursachen. Wird ein Tier gezwungen, nicht artgerecht zu leben, werden ihm Leiden zugefügt, die bis zur Tierquälerei führen können“, betont Dr. Alessandro Fugatti, Direktor des Dienstes und des Bereichs Hygiene bei der Produktion, der Konservierung und beim Vertrieb von Lebensmitteln tierischer Herkunft. Der Tierärztliche Dienst in Südtirol erhalte immer häufiger Meldungen über Tiere, die von ihren Besitzern falsch gehalten werden. Viele Hunde, Katzen und andere Tiere erden ausgesetzt oder in Tierheimen abgegeben - eine traumatische Erfahrung die Spuren bei den Tieren hinterlässt.
Allein das Bozner Tierheim muss jährlich etwa 2000 Tiere betreuen. Ein neues, gutes Heim für alle Tiere zu finden, ist nicht immer möglich. Auch deshalb hat der Tierärztliche Dienst beschlossen, ab sofort und über mehrere Jahre hinweg Aufklärungsarbeit zu leisten. Wir wollen erklären, was Tiere brauchen, wie sie leben und wie sie richtig gehalten werden. Den Auftakt macht einen Kurzfilm, der Grundkenntnisse über den korrekten Umgang mit Tieren vermittelt, so Fugatti.
“Tiere leben oft länger als der Besitzer“
„Man sollte ein Tier nicht aus einer Laune heraus kaufen, weil es vielleicht süß ist. Ein Tier zu halten, bedeutet eine große Verantwortung. Ein Hund lebt 15 bis 20 Jahre, eine Katze 15 Jahre, eine Schildkröte kann sogar länger leben, als der Besitzer“, unterstreicht Dr. Christian Piffer, stellvertretender Direktor des Bereiches Tiergesundheit. Darauf muss man ebenso achten, wie auf die rtgerechte Haltung, bevor man sich ein Tier mit nach Hause nimmt. Diese und andere wichtige Infos sind auch im Kurzfilm des Tierärztlichen Dienstes enthalten. So muss ein Hamster alleine in einem Käfig gehalten werden, sonst kann es im Käfig auch zu tödlichen Konflikten kommen. Und wer einen Papagei alleine hält, fügt ihm großes Leid zu. Papageien sind soziale Tiere, die sich in Freiheit immer einen Partner suchen. Leben sie alleine, kann das auch zum Ableben des Vogels führen.
“Wir setzten auf die Erziehung der Kinder“
Um langfristig die Situation für Haustiere in Südtirol zu verbessern, will der Tierärztliche Dienst bei der Erziehung von Kindern ansetzen. Sie sollen von klein auf lernen, richtig mit Tieren umzugehen, so Dr. Giulia Morosetti vom Tierärztlichen Dienst Bozen. Denn wer schon als Kind lerne, Tiere zu respektieren, werde das auch als Erwachsener tun. Eine Veranstaltung in einer Eppaner Grundschule sei sehr erfolgreich verlaufen. Deshalb rufen wird die Schulen dazu auf, sich bei uns zu melden, so Morosetti.
Häufige Fehler beim Umgang mit Tieren
Hund: Der treueste Begleiter des Menschen braucht vor allem genug Auslauf. Dreimal am Tag ins Freie lautet die Faustregel, manche Rassen sind mit etwas weniger zufrieden. Viele Berufstätige übersehen, dass sie diese Zeit nicht aufbringen und ihr Hund leidet. Kleinkinder unter sechs Jahren sollten nicht mit einem Hund allein gelassen werden: Sie haben eine andere Körpersprache als Erwachsene und bestimmte Signale des Kindes (z.B. Arme entgegenstrecken, Umarmen) werden vom Hund als Bedrohung wahrgenommen. Zudem brauchen Hunde nicht nur Kontakt mit dem Menschen, sondern immer auch mit ihren Artgenossen.
Katze: Sie ist ein Gewohnheitstier und liebt eine Umgebung, in der sich möglichst wenig ändert. Eine Urlaubsreise oder gar ein Wohnungswechsel ist für Katzen eine große Belastung.
Hamster: Diese Tiere schlafen bei Tag und werden in der Nacht aktiv. Wenn Kinder Hamster als Spielgefährten haben möchten, ist das alles andere als ideal; sie können (und sollten) nur am Abend eine relativ kurze Zeit mit diesen Tieren verbringen.
Kaninchen: Sie sehen zwar putzig aus, sind aber keine Streicheltiere für Kinder. Zudem sollten sie nicht in der Wohnung, sondern im Freien gehalten werden, denn Kaninchen brauchen Freiraum und Platz zum Herumtollen. Sie vermehren sich zudem sehr schnell, was Platzprobleme schaffen kann.
Schildkröte: Beim Kauf wird oft nicht bedacht, dass diese Tiere manchen Menschen überleben. Sie wachsen außerdem sehr schnell: Niedliche Tiere aus der Zoohandlung können sich schon in wenigen Monaten in kiloschwere Exemplare verwandeln. Das Trinkwasser der Schildkröten kann Salmonellen enthalten, deshalb müssen nach jedem Wechseln die Hände gewaschen werden (gilt vor allem für Kinder).
Kanarienvogel, Papagei: Diese Tiere brauchen Platz, sie sind aber vor allem nicht gerne allein; sie ohne Partner zu halten, ist Tierquälerei.
Schlangen, Leguane, Spinnen usw.: Diese exotischen Tiere brauchen ein spezielles Mikroklima. Grundsätzlich sollten sie überhaupt nicht in unseren Breiten gehalten werden.
Den ca. 20-minütigen Kurzfilm finden Sie hier.
http://www.stol.it/Artikel/Chronik/Lokal/Tiere-richtig-behandeln-Video
(Quelle: http://www.stol.it/Artikel/Chronik/Lokal/Tiere-richtig-behandeln-Video)